Musik
Künstlerische Schöpfung, die mit bewusst gestalteten Klängen arbeitet, wobei im Laufe der menschlichen Entwicklungsgeschichte eine große Vielzahl unterschiedlicher Stile, Instrumente und Konzepte entstand.
Musik ist ein universelles menschliches Phänomen, das in allen bekannten Kulturen und in allen historischen Zeiträumen anzutreffen ist. Der Gebrauch von Musikinstrumenten wird im Zusammenhang mit religiösen Praktiken bereits für das Paläolithikum als sicher angenommen (Buchner 1985). Damit stellt die Musik eine der ältesten Kulturleistungen der Menschheit dar. Zu den frühesten Klangerzeugern gehören Rasseln, Trommeln und Flöten. Seit der Bronzezeit sind auch Blechblasinstrumente gebräuchlich; für das Zweistromland und Ägypten sind Saiteninstrumente bereits seit dem 3. vorchristlichen Jahrtausend nachgewiesen. In der klassischen Antike finden wir, durch Texte, Inschriften und archäologische Funde gut belegt, den Gebrauch differenzierter Schlag-, Blas- und Saiteninstrumente bereits im ganzen Mittelmeerraum verbreitet, wobei wahrscheinlich früh eine Trennung in liturgische und profane Musik einsetzte.
In entwickelten Gesellschaften wird Musik durch eine Vielzahl formaler, sozialer, historischer und regionaler Merkmale unterscheidbar und analysierbar, wobei durch fortwährende Ausgestaltung des Überlieferten neue Konzepte entstehen, die obsolete Stile ablösen. Volkstümliche Lied- und Tanzformen stehen dabei häufig im Gegensatz zu Formen mit stärker künstlerischem Gestaltungswillen und deutlich komplexerer Struktur. Mittel der künstlerischen Gestaltung sind zum Beispiel Tempo, Tonhöhe, Takt, Rhythmus, Phrasierung, Lautstärke (Dynamik). Als eigenständiges soziokulturelles Phänomen spielt die Musik in vielen sozialen Kontexten eine Rolle, wo sie eine Vielzahl menschlicher Empfindungen und Erfahrungen auszudrücken vermag. Dabei erfüllt sie ein breites Spektrum von Funktionen, die von philosophischer Reflektion und mystischer Spekulation bis hin zu populärer Unterhaltung oder politischer Propaganda reichen.
